Dekanat

Solidarität mit Flüchtlingsfrauen

BROTBEUTEL:  Dekanat unterstützt Aufruf der Katharina-Zell-Stiftung / Bewohnerinnen der Erstaufnahmeeinrichtung nähen

 

9.09.2016

 

Quelle: Kreis-Anzeiger 9.09.2016

 

(BÜDINGEN/rs) - Die Katharina-Zell-Stiftung der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau hat zu einer Aktion für Solidarität mit Flüchtlingsfrauen aufgerufen, die Gewalt erleben mussten. Im Zuge der Aktion sind Frauengruppen dazu aufgefordert, aus Stoffresten Brotbeutel zu nähen, die sie bei einem Bäcker ihres Vertrauens auslegen. Dort können die Brotbeutel gegen eine Spende mitgenommen werden. Der Erlös der Aktion fließt in Projekte, die Frauen und Mädchen helfen, traumatische Fluchterlebnisse zu verarbeiten.

 

Diese Aktion nahmen Rita Stoll vom evangelischen Dekanat Büdinger Land und Barbara Uhdris, Vorsitzende der Katharina-Zell-Stiftung, zum Anlass, gemeinsam mit Bewohnerinnen der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen Brotbeutel zu nähen. Unterstützung erfuhren sie dabei von Deborah Brooks, die ehrenamtlich einmal pro Woche mit Bewohnerinnen in der Einrichtung näht. Am Aktionstag Ende August haben darüber hinaus Martina Throm und Petra Engelhard von der Kreativwerkstatt der evangelischen Kirchengemeinde mitgewirkt.

 

In der Gemeinschaft

 

Am Aktionstag in der Erstaufnahmeeinrichtung nahmen 26 Bewohnerinnen unterschiedlicher Nationalitäten und mit unterschiedlichen Vorkenntnissen teil. Nach einer kurzen Vorstellung des Projektes fanden alle Frauen schnell eine Möglichkeit, sich je nach Fähigkeiten einzubringen. Manchen war der Umgang mit den zur Verfügung gestellten elektrischen Nähmaschinen vertraut, andere konnten damit erste Erfahrungen sammeln. Wer nicht nähen wollte, schnitt aus alten Tischdecken Beutel zu oder aus Stoffresten Bänder zum Verschließen. Die Frauen genossen es, sich zwischendurch bei einer Tasse Tee in ungezwungener Atmosphäre zu unterhalten.

 

Beim gemeinsamen Tun gab es Gelegenheiten, die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitwirkenden wertzuschätzen. So konnten am Ende des Nachmittages einige fertige Brotbeutel, zum Teil mit Bordüren und Spitzen verziert, bewundert werden. Die mitwirkenden Frauen gingen mit einem Lächeln zurück in ihre Unterkunft und mit dem Gefühl, einen Beitrag für eine wichtige Aktion geleistet zu haben. Barbara Uhdris und Rita Stoll bedankten sich nach der erfolgreichen Aktion bei allen Mitwirkenden, insbesondere auch bei den Mitarbeitern der Malteser und den Dolmetschern, die den Aktionstag begleitet haben.

 

 

Die genähten Brotbeutel werden in den nächsten Tagen bei vielen Bäckern in der Region ausgelegt und gegen eine Spende weiter gegeben. Mit dem Erlös der Aktion sollen Projekte in der Region, wie zum Beispiel niedrigschwellige Freizeitangebote für Mädchen im geschützten Raum oder Traumabearbeitung mithilfe von heimatsprachlichen Therapeutinnen, unterstützt werden.