NIDDA IN CONCERT

Freude und Wonne

27. August 2017, 17.00 Uhr Duo La Vigna (Blockflöte und Theorbe) in der Ev. Stadtkirche Nidda

Wer nur den lieben Gott lässt walten - Duo La Vigna

 

Um das Jahr 1600 lebte bei Königsgrätz ein einfacher Bauer. Er gehörte dem reformierten Glauben an. Der große Ketzerbekehrer und Jesuit Adam Krawarsky lies ihn auf der Burg Hradek im tiefsten Keller unter Hunger, Durst und Unreinheiten leiden. Einige Male liessen ihn die Jesuiten durch den Tor –wächter peitschen. Ein letztes Mal, als man ihn wieder einmal hervorholen wollte, konnte er vor Schwachheit nicht stehen und reden: Er war nur noch imstande, ein Gebet zu murmeln und verschied, standhaft zu seinem Glauben haltend.

 

 

 

Wesentlich glimpflicher kam Johann Sebastian Bach davon. Pietisten und Reformierte bezeichneten seine Musik als "fleischlich", "luxuriös" und "sinnlich". Manche Kritiker warnten, sie führte zu "teuflischer Versuchung". Nach seinem Tod verzichtete der Rat der Stadt Leipzig auf einen Nachruf zu Ehren des umstrittenen Komponisten. Dabei war sich Bach mit Luther einig, dass „die Musica“ ein „herrlich und göttlich Geschenck und Gabe“ sei: "Mit aller Musik soll Gott geehrt und die Menschen erfreut werden“. Selbst Friedrich Nietzsche schrieb, er hätte "in dieser Woche [...] dreimal die

 

Matthäuspassion des göttlichen Bach gehört, jedes Mal mit dem Gefühl der unermesslichen Verwunderung. Wer das Christentum völlig verlernt hat, der hört es hier wirklich wie ein Evangelium."

   

Die katholische Künstlerin Theresia Stahl ist eine direkte Nachfahrin jenes böhmischen Bauern. In Bachs Choralvertonung „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ sieht sie dessen Glaubensauffassung besonders authentisch dargestellt: er hat wirklich Gottvertrauen, er hat auch seine persönlichen Schicksalsschläge mit seinem Gottvertrauen überhaupt verdauen können.

 

Das Programm des Duos La Vigna „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ stellt Bachs von der Grundstimmung her religiöse Musik seinen teils sehr ausdrucksvollen Vorgängern und Vorbildern Vivaldi, Corelli, Dieupart oder Uccellini gegenüber. Diese sind nicht nur Schuld an seinem expressiven Stil, sondern obendrein: allesamt katholisch!!!

 

 

Erleben Sie klangliche Vielfalt und festliche Musik auf wunderschönen, selten gehörten Instrumenten. Es spielen für Sie Theresia Stahl Blockflöten und Christian Stahl Theorbe und Barocklaute.

 


23. September 2017, 19.00 Uhr Canto corde sonore – Musik der Reformationszeit  in der Ev. Stadtkirche Nidda

 

Luther-Lieder, Lieder von Komponisten, die Luther bzw. der Reformation nahe standen, weltliche „Hits“ aus der Zeit der Reformation, z.B. italienische Frottole, französische Airs de cour oder deutsche Liebeslieder, und deren geistliche Kontrafakturen– all das und weitere spannende musikalische Begegnungen darf man vom neuen Programm Musik der Reformationszeit des Ensembles Canto corde sonore erwarten! Neben den Namen weniger bekannter Komponisten, wie z.B. Hans Neusidler, stehen so bedeutende Namen wie Johann Walter (er gab 1524 das erste evangelische Chorgesangbuch heraus und gründete 1526 die erste Kantorei und gilt daher als der „Urkantor“ der evangelischen Kirche), Michael Praetorius, Giovanni Gastoldi oder Hans Leo Hassler. Stilsicher und packend musiziert und ebenso informativ wie unterhaltsam moderiert werden diese musikalischen Preziosen von:

 

    

Doris Steffan-Wagner · Sopran,  

 

Martin Steffan · Tenor,

 

Rudolf Merkel · Lauten-Instrumente

 


31. Oktober 2017, 15.30 Uhr in der Kath. Kirche Nidda

Kantorei singt Bachs Reformationskantaten

 Mit einem festlichen Konzert beschließt die Dekanatskantorei gemeinsam mit Solisten und Instrumentalisten das 500 . Reformationsjubiläumsjahr.

    

Zur Aufführung kommen die beiden bekanntesten Reformationskantaten Johann Sebastian Bachs.

 

Schon die 100-Jahrfeier der Reformation am 31. Oktober 1617 wurde vielerorts zünftig begangen. In Dresden veranstaltete der Sächsische Kurfürst eine dreitägige Jubelfeier mit Gottesdiensten, Festbankett und Salutschüssen. Aber auch ohne »runde« Jubiläen wurde in der Barockzeit am Reformationstag immer wieder festliche gottesdienstliche Musik aufgeführt. Johann Sebastian Bach schrieb für diesen Anlass in Leipzig die Kantaten »Gott der Herr ist Sonn und Schild« und »Ein feste Burg ist unser Gott«, in denen er mit opulent besetztem Orchester und jubilierenden Vokalstimmen aufwartet.

 


19. November 2017, 17.00 Uhr The Twiolins im Parksaal Bad Salzhausen

Secret Places

 Mit ihrem neusten Programm SECRET PLACES laden die Twiolins das Publikum zu einer Entdeckungsreise in die verborgensten Orte tief im Inneren seiner Fantasie ein. Pulsierende Balkanrhythmen tanzen in nebelumwobenen Felslandschaften, sphärenhaft erwachen Atem und Licht zu neuem Leben, in süßer Versuchung lockt tänzelnd eine Ballerina und stellt sich dem ungleichen Kampf verzerrter Rocksounds.

 

Mit zwei Violinen erschaffen die beiden Geschwister spannungsvolle Gegenwelten und balancieren zwischen innovativer Klangsprache und Ohr­verwöhnender Harmonik. In einer tiefen Trance hypnotisieren sie das Publikum und lassen Zeit und Raum zur Ruhe kommen. Einzelne Regentropfen werden zur Quelle der Achtsamkeit, öffnen den Blick in innere Seelenwelten.

 

Wie eine epochale Vertonung des Sturm und Drang aus dem 21. Jahrhundert klingt der Ritt des jungen Schillers durch die deutschen Walde, harmonisch dicht und unentrinnbar. Sich wild überschlagende Emotionskaskaden halten die Zuhörer atemlos gebannt bis zum unausweichlichen Ende.

 

Um immer neue Dimensionen der Musik zu erforschen, haben die Twiolins einen eigenen Kompositionswettbewerb ins Leben gerufen und fordern alle drei Jahre zum Wettstreit auf. Mit gewagten Klangkombinationen, betörenden Melodien, oder wahnwitziger Virtuosität treten Komponisten aus aller Welt gegeneinander an und müssen die härteste Jury, das Publikum, für sich gewinnen. Über 500 Komponisten aus 55 Nationen nahmen bisher am Crossover Composition Award teil. Die Preisträgerwerke 2015 werden im Programm SECRET PLACES präsentiert.

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Quelle: Kreis-Anzeiger 8.03.2017

          

            

VORSTELLUNG: Programm der nächsten „Nidda in Concert“-Saison präsentiert / Veranstaltung am Reformationstag    

 

(NIDDA/em) - „Freude und Wonne“ ist das Programm der nächsten „Nidda in Concert“-Saison überschrieben. Und mit einem Zitat Martin Luthers wird auf das Reformationsjubiläum verwiesen. „Es fließt mir das Herz über vor Dankbarkeit gegen die Musik, die mich so oft erquickt und aus großen Nöten errettet hat“. Drei der Konzerte sind mit dieser Epoche verbunden.

Gestern wurde das Programm in den Räumen der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen in Nidda vorgestellt. Für die evangelische Kirchengemeinde war Dekanatskantorin Katrin Anja Krauße, für die katholische Liebfrauengemeinde Pfarrer Mathias Miedreich, für die Stadt Nidda Bürgermeister Hans-Peter Seum und Heidelore Ocken-Wilisch vom Kulturmanagement, für den Freundeskreis Kirchenmusik an der Stadtkirche Edith Hössl gekommen. Namens der Bank, die die Reihe in den 18 Jahren ihres Bestehens zuverlässig unterstützt hat, begrüßte Prokurist und Bereichsleiter Winfried Sachs die Runde. Außerdem nahm von dem Geldinstitut Florian Hühn teil.

Eine große Chorveranstaltung wird wieder in der Liebfrauenkirche in Schotten stattfinden. „Ein solch anspruchsvolles Kulturangebot geht nur in Zusammenarbeit“, betonte Bürgermeister Seum und bedankte sich bei allen Partnern. Die einzelnen Veranstaltungen, oft mit Künstlern aus der weiteren Region, stellte Katrin Anja Krauße vor. Erwartet die Zuhörer tatsächlich „Freude und Wonne“? Schon der Programmflyer – in der VR Bank, der Stadtverwaltung und anderen öffentlichen Einrichtungen ausliegend – macht wahrhaft neugierig.

Am Sonntag, 18. Juni, ist ab 18 Uhr ein Open-Air-Konzert mit dem renommierten Blechbläserquintett „PhilQuintetto“ im Steinbruch Michelnau geplant. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung in die Katholische Kirche Nidda verlegt. Die fünf Musiker mit hervorragenden Spieltechniken sind alle im Philharmonischen Orchester des Stadttheaters Gießen tätig und bringen Kompositionen aus Europa, Nord- und Lateinamerika.

Mit zehn verschiedenen Flöten, der Bass- und der Barocklaute kommt das Duo „La Vigna‘“ mit Theresa und Christian Stahl am Sonntag, 27. August, ab 17 Uhr in die Evangelische Stadtkirche zum Erzählkonzert. „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, ist die Geschichte eines böhmischen Bauern um 1600 überschrieben, der wegen seines reformierten Glaubens ins Gefängnis geworfen wird. Theresia Stahl ist eine direkte Nachfahrin. Werke von Bach, Vivaldi, Corelli und Uccellini werden in die Erzählung eingefügt.

„Den Soundtrack“ der Reformationszeit bringe das Ensemble „Canto corde sonoro“ mit, sagte Krauße. Der Tenor Martin Steffan, bekannt aus der Elias-Aufführung des vergangenen Jahres, seine Frau Doris Steffan-Wagner (Sopran) und Rudolf Merkel (Lauteninstrumente) singen und spielen Lieder Martin Luthers und dessen Zeit. Dazu ist „Popularmusik“ des frühen 16. Jahrhunderts zu hören: italienische Frottole, französische Airs de cour und deutsche Liebeslieder, die die Sakralmusik der Epoche beeinflussten. Das Konzert findet am Samstag, 23. September, ab 19 Uhr in der Stadtkirche Nidda statt.

Am Reformationstag, 31. Oktober, beschließen die Dekanatskantorei der Region Nidda, Solisten und Instrumentalisten auf festliche Art das Jubiläumsjahr. Gesungen werden die beiden bekanntesten Reformationskantaten Johann Sebastian Bachs „Gott, der Herr, ist Sonn und Schild“ und „Ein feste Burg ist unser Gott“, ausgestaltet mit großzügig besetztem Orchester und dem jubelnden Klang der Singstimmen. Das Konzert beginnt um 15.30 Uhr.

„Secret Places“ haben die „Twiolins“, das Geschwister-Duo Marie-Luise und Christoph Dingler (Violinen), das Konzert am Sonntag, 19. November, ab 17 Uhr im Parksaal von Bad Salzhausen überschrieben. Balkanrhythmen, Rock, tänzerische Melodien und gewagte Klangkombinationen nehmen mit auf eine Entdeckungsreise ins Innere der Fantasie.

Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen, im Internet unter www.nidda.de sowie www.stadtkirche.de und an der kostenpflichtigen Hotline 0180/6050400.