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Evangelischen Dekanates

Büdinger Land




Glauben & Leben

Lernen Sie unser Dekanat kennen und erfahren Sie mehr über das, woran wir als evangelische Christen glauben.


VERANSTALTUNGSKALENDER 2016

September


Oktober




Donnerstag, 6. Oktober, 19:30 Uhr

Vortrag Vorsorge, Patientenverfügung in Wallernhausen


Samstag + Sonntag

8. + 9. Oktober

Festkonzert Elias in Gedern und Büdingen


Samstag, 15. Oktober

Ortenberg: Jubiläumskonzert


Sonntag, 16. Oktober, 10:00 Uhr

Gottesdienst: Männersonntag in Schotten



November




REFORMATIONSJUBILÄUM 2017

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle
  • Worum es geht
  • Theologische Impulse
  • Material
  • Reformationssommer 2017
  • EKD-Dossier: Überblick über wichtige Stationen und Veranstaltungen
  • Reformation heute: Sozialethische Schriftenreihe zum 500. Jubiläum der Reformation
  • EKHN: Informationen zur Reformationsdekade (besonders für Gemeindebriefredaktionen geeignet)


NACHRICHTEN


Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 RÜCKBLICK IN DIE SOMMERFERIEN

Fahrt nach Schweden

Bericht

  

EKD-DOSSIER

Kirche und Staat

Dossier

 

GOTTESDIENST
Ein Bienenhaus im Gotteshaus

 

MUSIKMOMENTE

Höchste Präzision

Bericht

 


Gedanken zu Sonntag - 25.09.2016

Meister Eckhart kaufte sich einen Selfie-Stick

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Von Friedrich Fuchs

      

Das stimmt natürlich nicht. Er kaufte sich keinen. Die Überschrift steht hier nur als Aufmerksamkeitshascher und wegen Provokation-mit-Zurückrudern. Er hätte sich gar keinen kaufen können. Die heute so beliebten Armverlängerungen für Sich-selbst-Fotografierende waren nämlich zu seinen Lebzeiten noch nicht erfunden. Meister Eckhart lebte von ungefähr 1260 bis 1328. Er war Mönch, hoher Funktionär seines Ordens, Uni-Lehrer, Seelsorger und Volksprediger. Er wollte ein „Lebemeister“ sein und hatte innovative Ideen. Die lassen mich vermuten, er würde sich auch dann keinen Selfie-Stick angeschafft haben, wenn es ihn damals schon gegeben hätte.

 

„Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht; immer ist das wichtigste Werk die Liebe.“ Das soll er gesagt haben als ihn jemand fragte. Welches ist die wichtigste Stunde im Leben eines Menschen? Wer ist der wichtigste Mensch? Was ist das wichtigste Werk? Ich gebe das gerne und oft weiter, weil es mir hilfreich und lebensdienlich erscheint.

 

Denksportaufgabe für Mittelalter-Freaks und Geschichtsinteressierte: Was hätte die Mehrheit der Leute um 1300 wohl geantwortet? Mein Vorschlag: Als wichtigste Stunde galt ihnen die Todesstunde. Sie rechneten damit, dass nach dem Tod bei jedem abgerechnet wird. Dann wird aufgeteilt. Die meisten kommen langfristig ins Fegefeuer. Die ganz Verworfenen kommen in die Hölle. Einigen wenigen blüht der Himmel. Da war es geraten, im letzten Augenblick auf der richtigen Seite zu sein. Der wichtigste Mensch war der Papst. Der verstand sich immerhin als Stellvertreter Christi auf Erden. Im damaligen Machtgerangel favorisierten manche aber auch den Kaiser. Das wichtigste Werk war die Teilnahme am Kreuzzug. Gab es gerade kein derartiges Projekt, konnte man auch pilgern. Geistliche Fernwanderungen brummten heftig. Dagegen war Eckharts Antwort echt revolutionär.

 

Denksportaufgabe zwei: Wie ist das heute bei uns? In den Antworten, die ich gefunden habe, steckt viel Ego. Wichtigste Stunden scheint es im Leben öfter zu geben. Etwa der achtzehnte Geburtstag, die erste Hochzeit, der Eintritt in den Ruhestand. Es gibt auch kleinere wichtigste Stunden wie z.B. Weltmeisterschaften und Pokalspiele. Gemeinsam ist allen diesen Events, dass sie im Voraus und in der Nähe stärker wirken als im Rückblick und mit etwas Abstand. Sie halten eher nicht, was man sich von ihnen verspricht. Und der wichtigste Mensch? Meine Partnerin? Mein Partner? Meine Kinder? Oder  um es mal ungeschminkt zu sagen: Vielleicht bin ich mir ja selbst der wichtigste. Jedenfalls sind es wohl immer Personen in nächster Nähe.

 

Das wichtigste Werk? Nach den vielfältigen Erregungen und Diskussionen in der letzten Zeit nehme ich an, dass es die tätige Sorge für die Sicherheit der eigenen kleinen Welt ist. Überall ist sie dabei: in besorgten Forderungen, in Hasstiraden, in Gesetzesverschärfungen und bei Wahlversprechen. Dagegen ist Eckharts Antwort echt revolutionär.

 

Jetzt noch die Auflösung vom Anfang: Der Selfie-Stick ist in meinen Augen das treffliche Symbol einer Ego-Welt. Wer so ein Ding hat, braucht niemanden um Hilfe zu bitten. Er hat sein Bild von sich buchstäblich in der Hand. Er kann die Pose einnehmen, in der er sich am besten gefällt. Niemand widerspricht. Die Speichermedien sind geduldig. Gottseidank geht Leben aber auch anders.

 

Friedrich Fuchs

(Pfarrer in Aulendiebach, Rohrbach und Wolf) 


Kurznachrichten in Ton und Bild aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau - 24.09.2016:

  

Pfarrer gesucht/Live aus dem Leben erzählt/Lilienkicker auf Platz 3   

  

 


Seelsorge ist Kirche


AUSBLICK





Weltgebetstag 2017: Philippinen