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Evangelischen Dekanates

Büdinger Land




Glauben & Leben

VERANSTALTUNGSKALENDER 2016

Lernen Sie unser Dekanat kennen und erfahren Sie mehr über das, woran wir als evangelische Christen glauben.


Advent


Januar 2017





REFORMATIONSJUBILÄUM 2017

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle
  • Worum es geht
  • Theologische Impulse
  • Material
  • Reformationssommer 2017
  • EKD-Dossier: Überblick über wichtige Stationen und Veranstaltungen
  • Reformation heute: Sozialethische Schriftenreihe zum 500. Jubiläum der Reformation
  • EKHN: Informationen zur Reformationsdekade (besonders für Gemeindebriefredaktionen geeignet)


NACHRICHTEN


Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

AUFRUF ZU FRIEDENSGEBETEN

"Leid in Syrien endlich beenden!"

Bericht

 

LANDESSYNODE: ABSCHLUSS

Die wichtigsten Ergebnisse

Bericht

 

REFORMATIONSJUBILÄUM
Rebellischer Mönch

 

THEMENPAKET

Revidierte Lutherübersetzung 2017 kehrt zurück zu Luthers Originalklang

Bericht

 


Gedanken zum 4.12.2016

Stille geht bei mir nicht so gut

Foto: Archiv
Foto: Archiv

Von Friedrich Fuchs

 

 

 

Die offene Innenstadtkirche hat einen besonders abgesonderten Bereich. Ein Schild, auf dem „Stille“ steht, zeigt dort hin, lädt dazu ein, besorgt die Absonderung. Als ich eintrat, saß dort eine Frau. Als ich mich hinsetzte, stand sie auf und ging fort. Eine ganze Weile war ich in der beruhigten Zone allein. Von draußen hörte ich gedämpfte Weihnachtsmarktgeräusche, Stille-Nacht-Fetzen. Mir fiel ein, dass in einem ähnlichen Raum in einer anderen Kirche Zettel mit „Anregungen für die Stille“ bereit lagen. So eine Gebrauchsanleitung hätte ich jetzt nicht übel gefunden. Ich betete das Vaterunser und dann noch den 23. Psalm. Das ist mein Repertoire an geistlichen Auswendigstücken. Ich guckte auf die Uhr und hatte noch Zeit. Mir fiel ein, dass ich ein Brot fürs Abendessen kaufen musste. Ich blieb jetzt aber noch sitzen. Eigentlich hatte ich mal wieder zu viele Termine. Im Grunde ist das immer so. Außerdem nervt mich ziemlich viel. Irgendwie müsste sich da mal irgendwas ändern. Dann hörte ich, wie jemand kam. Als ich ihn sah, stand ich auf und ging raus.

 

 

 

Moni findet stille Räume super toll. Seit sie neulich nicht mehr konnte und ein paar Tage im Krankenhaus war, ist sie ganz begeistert davon. Die Kapelle nennt sie ihr stilles Örtchen. Im hektischen Betrieb in Zimmern, Wartezonen, Untersuchungs- und Behandlungsräumen und auf den Gängen gibt es eine kleine Oase für den Rückzug und fürs Zur-Ruhe-Kommen und Abstand-Kriegen. Thomas fragte, ob sie da ihre Mitte gefunden hätte. Nein, aber einfach mal nix ist heutzutage bei uns schon was. Moni schmunzelte über den Vorschlag, ihren Laden ein bisschen dem Zeitgeschmack anzupassen: Wine and more – für die kleine Pause, die gut tut.

 

 

 

Die Stille ließ Thomas nicht in Ruhe. Er denke dabei vor allem an die mystischen Ströme der Menschheitsgeschichte. Einfach mal raus aus dem Trott, um nachher wieder zu funktionieren, findet er untief. Thomas weiß viel. Er erzählte mir von spätantiken Philosophen, die Gott den unbewegten Einen genannt hätten. Stille satt sozusagen. Er sprach vom Einfluss eines Mönchs aus Byzanz auf die mittelalterlichen Meister und dass die wiederum Anklänge an bestimmte Richtungen im Islam und an den Zen-Buddhismus hätten. Stille zöge sich wie ein roter Faden durch. Ich schlug Thomas vor, dieses Thema ein andermal und nicht zwischen Tür und Angel weiter zu behandeln. Das fand er auch gut.

 

 

 

Mir geht dabei noch etwas durch den Kopf. Kirchen gelten ja nun gemeinhin als ideale Orte der Stille. Sie scheinen geradezu prädestiniert. Ein mittelalterlicher Chorraum, eine Krypta, ein ehemaliges Kloster sind schon ziemlich spezielle Orte mit anrührendem Flair. Ich bin mir aber gerade hier der Stille nicht wirklich sicher. Schließlich waren es Hochdrucksituationen, die zur Entstehung dieser Räume führten. Ihre Geschichten sind Stressgeschichten. Es sind die Geschichten der Bibel. Ihr Stress ist unser Stress und umgekehrt – auch jetzt an diesem Weihnachten. Die Weltmachtbegierde des Kaisers Augustus, die Datensammlung aus der Volkszählung, die Mühsal der jungen Familie wegen Verwaltungsbestimmungen, der Lärm und die Aufregung durch die Engel. Weihnachten hat echt nix mit Stille zutun. Der Stall ist ein Stressort. Das Kindlein in der Krippe hat und macht Stress. Das ist auch gut so. Denn gerade dadurch kann es bei der Stressbewältigung helfen. Die grundsätzliche Stille, die Thomas meinte, darf ruhig noch ausbleiben. Irgendwann kommt sie ja sowieso und man wird sehen, wie sie ist. Bis dahin will ich Leben leben. Dass ich dabei ab und zu Ruhe brauche, versteht sich von selbst.

 

 

 

Friedrich Fuchs

 

(Pfarrer in Aulendiebach, Rohrbach und Wolf)


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Weltgebetstag 2017: Philippinen