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Foto: Gert Holle
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DIAKONIESTATION SCHOTTEN

Zwei neue Autos für Diakoniestation

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LIEBFRAUENKIRCHE SCHOTTEN

Bund gibt 125 000 für Sanierung

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"Sprechen wir über Luther, Herr Fuchs!"

 

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Bewusstseinswandel nach Tschernobyl ausgemacht

Bericht

 


Gedanken zum Sonntag - 19.06.2016

Von wegen Geisterbahn

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

Von Friedrich Fuchs

 

Persönliche Jubiläen und jährliche Großfeste bringen bei uns viele Leute in eine eigenartige Stimmung. Was sonst meistens versteckt schlummert, erwacht und verstört bei runden und unrunden Geburts- und Hochzeitstagen, Weihnachten, Jahreswechseln und vergleichbaren Gelegenheiten. Freude sollte sein, ist aber nicht. Während die Umgebung ein volkstümliches „Hurra, hurra, kaum zu glauben, abbawa“ ausbringt oder in kirchliches Loben und Danken einstimmt, sieht es im Innern anders aus. Da sitzt einer oder etwas, der oder das der Fröhlichkeit in die Parade springt. Rückblick und Ausblick, die beiden Grundelemente des gewöhnlichen Innehaltens, sind grau verhangen. Schließlich ist ziemlich viel Schönes unwiederbringlich vorbei, während die Gedanken an das, was alles noch kommen könnte, eher in Befürchtungen als in Vorfreude münden.

 

Ich versuchte, Moni ein bisschen zu provozieren. Sie hat nämlich ein Schild an der Kasse ihrer Wine-and-more-Boutique, auf dem steht: „Biete Hilfe und Unterstützung bei Festen und Feiern. Bitte sprechen Sie mich an!“ Als ich sie danach fragte, erfuhr ich, dass seelische Zurüstung nicht unbedingt zu ihrer Angebotspalette gehört, aber auch nicht ausgeschlossen wäre. Sie rächte sich mit einem Wortschwall. Im Grunde sei der Festblues doch nur die Spitze eines Eisbergs. Das eigentliche Problem wären die ganzjährig misslichen Gemütslagen unter der Oberfläche. Im Übrigen würden die nämlich auch auf Kind und Kindeskind übertragen. Früher hätte das die hohe Geistlichkeit mit der Erbsünde in Verbindung gebracht. Moni, die mal Bio-Leistungskurs hatte, nennt es lieber Diffusion und Osmose von Generation zu Generation. Dann schwenkte sie zur Politik. Ich würde mir doch wohl nicht einbilden, dass man mit immer mehr Regelungen und Gesetzen das Leben wirklich sicherer machen könne. Ein wenig vielleicht. Die Zukunftsangst verschwindet nicht. Die muss vor allem inwendig in den Leuten bearbeitet werden. Ich als Pfarrer hätte dabei eine wichtige Aufgabe. Moni hatte sich in Rage geredet und musste verschnaufen. Als sie mich fragte, ob ich noch mehr hören möchte, dankte ich freundlich: „Nee!“

 

Irgendwie hat sie wohl recht. Es kommt weniger drauf an, wie etwas ist, als vielmehr wie man es ansieht. In den Ideenbüchern für Prediger und Andachtsschreiber gibt es dazu einen netten Vergleich. Er handelt vom Unterschied zwischen Labyrinth und Irrgarten. Durch beide führt ein unübersichtlicher, bedrohlich wirkender Weg. Beim Labyrinth geht es durch viele Kurven, aber letztlich immer zum Ziel. Dagegen hat der Irrgarten Kreuzungen und Abzweige, die nirgendwohin oder ins Unsinnige führen. Der Weg ist ein Sinnbild für das Leben. Die meisten Menschen meinen, sie befänden sich in einem Irrgarten. Nur wenige mutmaßen, dass es sich um ein Labyrinth handelt. Wer auf dem Weg ist, sieht immer nur einen bestimmten Abschnitt. Er kann nicht sicher entscheiden. Hier hängt ganz viel von der Einstellung ab. Im Labyrinth läuft es sich viel leichter. Wer leichter geht, gibt diese Gangart in aller Regel an seine Kinder und Enkel weiter. Und schließlich ist er nicht so leicht manipulierbar durch Angst machende, finstere Propaganda. In dieser Richtung predige ich. Die Predigt sollte ermutigen, das Leben als Gang durch ein Labyrinth anzusehen. Das macht Sinn, tut gut und kann vielen helfen.

 

Vielleicht sagt mir mal wieder jemand, sein Leben käme ihm wie eine Geisterbahn vor. Dann werde ich erwidern: Hm ja, die Geisterbahn ist aber ein Labyrinth! Schon aus rein praktischen Gründen kann der Betreiber kein Interesse am Verlust eines Fahrgastes haben.

 

Friedrich Fuchs 

Pfarrer in Aulendiebach, Rohrbach und Wolf


Kurznachrichten in Ton und Bild aus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau - 24.06.2016:

Brexit beschäftigt EKHN/ Richtfest der Ev. Akademie /200 Jahre Bibelgesellschaft   


Revidierte Übersetzung für das Reformationsjubiläum 2017 fertiggestellt

Die neue Lutherbibel 2017 schon jetzt bestellen

Den Text der Lutherbibel neu zu bearbeiten – das gehörte zu zentralen Projekten der evangelischen Kirche für das Reformationsjubiläum 2017. Nun sind die Durchsicht und Revision der Texte der Lutherübersetzung ins Deutsche abgeschlossen, die neue „Lutherbibel 2017“ geht in wenigen Wochen in den Druck. 

 

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