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Mai 2019






Der DSV des Dekanates Büdinger Land - Nidda, im September 2018

Nächstenliebe verlangt Klarheit: Für eine menschenfreundliche Gesellschaft ohne Ausgrenzung

Der Synodalvorstand des Evangelischen Dekanates Büdinger Land (DSV) hat in seiner letzten Sitzung (20. September 2018) angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierungen ein Positionspapier beschlossen, das wir Ihnen zur Kenntnis geben wollen. Unter dem Titel „Nächstenliebe verlangt Klarheit: Für eine menschenfreundliche Gesellschaft ohne Ausgrenzung“ beschreibt der DSV seine Haltung angesichts der aktuellen Problemlage.

 

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Die Jubiläumsausgabe: Was Deiner Seele gut tut

"Ein interessantes und spannendes Projekt wird "75". Und ich durfte den Protagonisten Stefan Hund auf einem Rundgang hinter die Kulissen des Podcasts Klinikseelsorge begleiten.  Unbedingt reinhören – Sie sind herzlich eingeladen." - Gert Holle

 


Überblick  April - September 2019

Kirchenmusik im Büdinger Land

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NACHRICHTEN


Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

Gedanken zum Sonntag – 14.04.2019

Heute ist immer Leben

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

 

 

Von Gert Holle

 

 

 

Haben Sie schon einmal Zwiebeln gesteckt? Ich muss gestehen, bis zum vergangenen Sonntag war mir diese Tätigkeit eher fremd. Die ganze Woche hatte ich im Büro am Bildschirm verbracht, an Texten gearbeitet, mir mehr oder weniger schlaue Gedanken dazu gemacht, inwieweit sich Kirche in gesellschaftspolitische Fragen einmischen soll. Die Ideen dazu blieben sehr im Theoretischen. Ich war unzufrieden. „Lass uns morgen auf den Acker gehen und Zwiebeln stecken“, sagte meine Frau am Samstagnachmittag. Dazu muss ich erklären, dass wir seit einem Jahr Mitglied beim „Bunten Acker“ in Wallernhausen sind, einer solidarischen Landwirtschaft. Mit rund 75 weiteren, an biologischem Anbau Interessierten finanzieren wir zwei halbe Stellen für ein Gärtnerteam. Auf einer Ackerfläche werden über 25 Kulturen angebaut und für die Gemeinschaft geerntet: Kürbisse, Lauch, Möhren, Kartoffeln und Salate sind nur ein geringer Teil dessen, was uns übers Jahr kulinarisch erfreut. Und so mancher hilft in solidarischer Weise beim Anbau und Ernten. So machten auch wir uns am Sonntagvormittag auf, um uns sinnvoll zu betätigen. Wir füllten unsere Taschen mit kleinen Zwiebeln und schon konnte es losgehen. Entlang vorgezogener Furchen steckten wir im Abstand von gut fünf Zentimetern die „Baby-Frucht“ in den lockeren Boden. Keine schwere Arbeit, wenn auch die gebückte Haltung für mich sehr ungewohnt war. Klar, in meiner Kinder- und Jugendzeit bin ich meinem Vater im Garten oft zur Hand gegangen – Rasenmähen, Hecke schneiden, mal ein Beet anlegen –, aber Zwiebeln stecken, das hatte ich nie zuvor getan. Der Boden fühlte sich einfach gut und gesund an. Hier würde die Zwiebel wachsen, die vielleicht im Herbst unseren Kartoffelsalat zu einem Hochgenuss werden lässt. Meine Gedanken schweiften: „Wieso kann ich nicht immer so sanft zur Erde sein, wie in diesem Augenblick? Ich weiß doch selbst, wie es ist, ausgebeutet zu werden. Wenn ich manchmal zwischen Ansprüchen und Forderungen aufgerieben werde – oft bis zur Selbstaufgabe. Wenn ich mich als Spielball fühle, der anderen gefallen und dienen soll. Aber will ich, wollen wir das sein, ein Objekt der Ausbeutung? Unsere Erde sicher auch nicht ….“ - „Hier kommt Nachschub“, rief ein Sechsjähriger, der mit seiner roten Schubkarre die lange Reihe entlang fuhr. Neben mir erzählten zwei Mütter über einen deutsch-chinesischen Schüleraustausch: „Die Flüge der Kinder sind für die Osterferien gebucht.“ Und schlagartig blinkte der Begriff „Ökobilanz“ vor mir auf. „Ja, irgendwie scheint es schwer zu sein, konsequent zu leben“, sagte meine innere Stimme. Vielleicht darf man die Vorsätze auch nicht zu hoch hängen. Der unvollkommene Weg ist allemal besser, als aus Angst vor dem Scheitern gar nichts zu verändern. - „12 Uhr, wir müssen uns aufmachen“, rief meine Frau über den Acker. Mühsam entfaltete ich mich. Das Aufrechtstehen fiel schwer, die Oberschenkel zwickten. Ich war hungrig und fühlte mich dennoch phantastisch.

 

 

 

Der folgende Morgen: Ich saß wieder im Büro und, während mein Blick durch das Fenster auf gelb blühenden Löwenzahn fiel, hing ich dem Erlebten nach: „Ich mag ihn gern, auch wenn noch so viele sagen, Löwenzahn sei Unkraut. Für mich ist er ein Zeichen dafür, wieviel Einmaliges es in unserer Welt gibt. Ob bei Blumen, Zwiebeln oder Menschen. Ich sehe zwar die Knospe und weiß, was dann kommt. Aber es ist immer wieder ein Wunder. Jede Knospe wird zu einer neuen Blüte. Und ist in der Vielzahl einmalig. Wie jeder Augenblick meines Lebens. Und ich erkenne, wer und was sie ist, mit ihrem leuchtenden Gold, ihrem verlockenden Charme… Und dann: mit einem Mal verblüht. Sollte das etwa alles gewesen sein? Ich sehe keine Blüte mehr, aber wieder eine Knospe, nur neu und ganz anders. So bleibt die Hoffnung, dass immer etwas ‚rauskommt‘. Aufgeht. Dass es weitergeht. Auch, wenn es manchmal nicht so aussieht und ausweglos erscheint. Ich muss nur wissen: Das Neue finde ich nicht im Gestern. Heute ist immer Leben. Wie die Samen des Löwenzahns: vom Wind fortgetragen. Aber was er einmal war, wird neu wachsen. Das Leben lebt. Alles ist Knospe: Der Löwenzahn, die Zwiebel, wir.“ - In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Wochenende.

 

 

 

Gert Holle, Theologe und Öffentlichkeitsreferent im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

 


Verkauft den Sonntag nicht.

In diesem Jahr wurden diverse verkaufsoffene Sonntage aufgrund von Gerichtsurteilen abgesagt, auch in Hessen. Warum das so ist, erklärt der Film in drei Minuten. Er zeigt Kriterien für die Prüfung der Rechtmäßigkeit von Sonntagsöffnungen.


Seelsorge ist Kirche



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