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© Birgit Arndt / fundus.media
Der März neigt sich dem Ende zu und der April steht vor der Tür. Bekannt für das „Aprilwetter“, bringt dieser so einige Überraschungen mit sich. Ein warmer Frühlingstag folgt auf einen kalten Tag mit Dauerregen. Zwischen stürmischen Tagen und totalem Sonnenschein ist auch Schnee nicht überraschend.
In diesen Wochen befinden wir uns zwischen Winter, Frühling und Sommer irgendwo “zwischendrin”.
Wenn ich so darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass dieses „Zwischendrin“ ein durchaus sehr präsentes Motiv dieser Zeit ist. Die dicke Jacke lasse ich zwar noch an der Garderobe hängen, aber die dünne hänge ich auch schonmal dazu. Die Winterstiefel stehen noch vor der Tür, aber die leichten habe ich auch rausgeholt. Morgens muss ich noch die Scheiben meines Autos kratzen, mittags muss ich wegen der Hitze die Fenster öffnen. Im Garten zeigen sich die ersten Frühblüher, aber die meisten Pflanzen brauchen noch etwas Zeit.
Auch im Kirchenjahr stecken wir im “Zwischendrin”. Zwischen Fastenzeit und Ostern, zwischen Passion und Jubel.
Aber vielleicht hat gerade dieses „Zwischendrin“ ja seinen Charme. Es bietet uns die Möglichkeit das Schwere loszulassen, bietet Möglichkeiten für Veränderung und Aufbruch und lässt uns durch den Ausblick neue Hoffnung schöpfen. Gleichzeitig ist das Alte noch nicht ganz vorbei. Das gibt uns Ruhe, Zeit zum Nachdenken und Reflektieren und lehrt uns Geduld.
Vielleicht kennen wir dieses “Zwischendrin” auch aus unserem eigenen Leben: zwischen Abschied und Neubeginn, zwischen Erschöpfung und neuer Kraft, zwischen Zweifel und Vertrauen.
Die Passionszeit erinnert uns an Leid, Schuld und Vergänglichkeit, an die Zerbrechlichkeit des Lebens und an das Kreuz. Ostern dagegen steht für Hoffnung, neues Leben und den Sieg über den Tod. Dazwischen liegt eine Zeit des Wartens, des Aushaltens und des Vertrauens.
Auch die Jünger Jesu haben dieses Zwischendrin erlebt. Nach der Kreuzigung standen sie zwischen Trauer und Hoffnung, zwischen Angst und Verheißung. Sie wussten um Jesu Worte, aber sie sahen noch das verschlossene Grab. Diese Zeit war geprägt von Unsicherheit, von Fragen und von der Erfahrung, dass Gottes Handeln nicht immer sofort sichtbar wird. Und doch war Gott gerade in diesem Zwischendrin gegenwärtig.
Für unser eigenes Leben kann das Zwischendrin deshalb eine geistliche Chance sein. Es lädt uns ein, innezuhalten, ehrlich auf uns selbst zu schauen und Gott neu Raum zu geben. Nicht alles muss sofort gelöst sein, nicht jede Frage braucht eine schnelle Antwort. Im Vertrauen darauf, dass Gott auch im Unfertigen und Vorläufigen gegenwärtig ist, dürfen wir diese Zeit annehmen.
Rhea Storck absolviert in Kooperation mit der Diakonie Hessen ein Freiwilliges Soziales Jahr im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirche in den Auen
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
