Wolken am Himmel angestrahlt von untergehender Sonne. © Birgit Arndt / fundus.media

Himmlische Impulse

Gedanken zum Sonntag

Ein frohes neues „Ja!“

von Ulrich Bauersfeld
für den 19. April 2026

„Miserikordias Domini“ – so lautet der Name des morgigen Sonntags, zu Deutsch: „Die Barmherzigkeit des Herrn“. Das Leitbild dieses Sonntags und vieler Bibeltexte, die ihm zugeordnet sind, ist das Bild des „Guten Hirten“. Psalm 23 gehört dazu („Der Herr ist mein Hirte.“) und das Wort Jesu: „Ich bin der gute Hirte.“ Dieser Sonntag und seine Texte und Lieder weisen auf den Guten Hirten hin und laden dazu ein, ihm zu vertrauen.

Ein solcher Glaube, ein solches Vertrauen ist ein Wagnis. Und manche unter uns haben große Schwierigkeiten damit, sich Gott als den Barmherzigen vorzustellen: „Es passiert so viel in dieser Welt! Wie kann es da einen Gott geben, der uns liebt!“ Doch genau in dieser Spannung steht für mich der Glaube an den Guten Hirten. Ich glaube daran, dass Gott in Jesus trotz allem, was geschieht, der Gute Hirte für uns ist. Er erspart uns vieles nicht. Und ich verstehe oft auch nicht, warum das alles so passiert, wie es passiert. 

Aber in all dem erlebe ich: Er, der Gute Hirte, ist da. Er ist bei uns. Er hält uns fest. Er lässt uns nicht allein. Er hilft uns, unseren Weg zu finden, und gibt uns die Kraft und die Weisheit, diesen Weg zu gehen. Er schenkt uns – trotz allem und in allem – seinen Frieden ins Herz. Daran glaube ich. Daran will ich glauben – immer wieder neu.

In diesen Wochen feiern wir in vielen evangelischen Kirchen die Konfirmation. Die Jugendlichen der nun zu Ende gehenden Konfi-Kurse sind eingeladen, „Ja!“ zu sagen zu Jesus, dem guten Hirten – und damit zu bestätigen, was (bei den meisten von ihnen) ihre Eltern und Paten mit der Taufe begonnen haben. 

Dieses „Ja!“ kann jedoch nicht unbedingt an einem vorher festgelegten Datum geschehen. Dieses „Ja!“ kann jeder Mensch im Grunde nur für sich selbst aussprechen – zu einem Zeitpunkt, der jeweils der richtige ist. Dies mag die Konfirmation sein – oder auch ein ganz anderer Moment im Leben. Und – letztendlich – ist es für mich mit einem einzigen Zeitpunkt auch gar nicht getan. Das „Ja!“ zu Gott in Jesus kann (und sollte, meine ich) immer wieder neu gesprochen werden – jeden Tag. So wird der Glaube ein lebendiger Glaube. Ich wünsche mir selbst und anderen den täglich neuen Glauben, das täglich neue „Ja!“ zu Gott, zu Jesus – und dabei das froh machende Erleben: Er ist bei uns – trotz allem und in allem – und hält uns fest.

Ulrich Bauersfeld ist Pfarrer im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirche zwischen Nidder und Bracht und stellvertretender Dekan im Dekanat Büdinger Land

Das Foto zeigt einen schwarzen KopfhörerPaul Seling/Pexels.com

Impulse aufs Ohr

Ob eine schwere Krankheit, ein Trauerfall in der Familie, das belastende Gefühl, einsam zu sein, oder einfach nur ein Coffee-to-go und Feierabend, – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Impulse für Glauben und ihren Alltag mit seinen Herausforderungen und Freuden aufzugreifen.

Zu den Hörpredigten

Auf einem Tisch liegen eine Bibel und ein Block. Man sieht zwei Hände, die einen text schreiben.Tobias Frick/fundus-medien.de

Gedanken-Archiv

Hier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.

Zu den Texten