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© Birgit Arndt / fundus.media
Einer meiner Vorgänger in Bad Nauheim war Dekan Paul Gerhard Schäfer, ein Freund Niemöllers. Mit dem Gesang hatte er es nicht so sehr. Deshalb spielte ihm seine musikalische Frau vor jedem Gottesdienst, den er in der Dankeskirche hielt, auf dem Klavier die ersten Noten der Liturgie vor. Diese Akkorde summte er dann unterwegs, damit er das Votum unfallfrei anstimmen konnte. Einige Spötter:Innen nannten den kurzen Weg vom Pfarrhaus zur Dankeskirche deshalb den „Paul-Gerhard-Weg". Wenn unsere Liturgie in Hessen noch immer, wie in anderen Landeskirchen, vom Liturgen gesungen werden müsste – wäre ich vermutlich kein Pfarrer geworden.
Kirchenmusik und Kirchenlieder waren für mich eine Entdeckung. Das begann gleich nach dem Studium. Als Student war ich völlig anderen Musikrichtungen zugeneigt. Im Vikariat gingen wir die Gesangbücher durch. Und so lernte ich sie kennen: die fröhlichen Weihnachtslieder, die Ostergesänge, die eigentlich als Tanzlieder gespielt und gesungen werden können. Das war für mich wie eine neue Welt. Genauso wie die Triosonaten Bachs auf der Orgel – was ist das für eine himmlische Musik. Neulich durfte ich „Bist du bei mir“ aus dem Notenbüchlein der Anna Maria Bach auf der Orgel in Gedern hören.
Ich erinnere mich an einen Gottesdienst vor langer Zeit, als Eingangslied „Du meine Seele singe“, im Wechsel von Orgel und Posaunenchor – vor lauter Tränen konnte ich kaum singen. Ich bin da eher einfach gestrickt. Immer wieder halten unsere Gesangbücher solche wunderbaren Überraschungen und Schätze für mich bereit. Etwa aus dem neuen Gesangbuch auf „Meine Zeit steht in deinen Händen“ oder „Peace of the Earth“ von der Kommunität Iona.
Erst vergangenes Jahr habe ich gelernt, dass „Narzissus und die Tulipan“ gemeinsam blühen. Der Gemeindegesang wirkt für mich wie ein Therapeutikum. Zu den innigsten Momenten meines Lebens gehört ein gemeinsamer Gesang von Liedern mit meiner Frau in einer leeren Kirche, ganz spontan, Gesangbücher lagen aus.
In diesen Tagen geht mir „Wie lieblich ist der Maien“ nicht aus dem Sinn. Das habe ich erst vor ein paar Jahren für mich „entdeckt". Hoffentlich habe ich die Gelegenheit, es im Mai in einer unserer Kirchen im Gottesdienst zu singen. Darauf freue ich mich jetzt schon.
Rainer Böhm ist Pfarrer im Nachbarschaftsraum Evangelische KIrche in den Auen
Paul Seling/Pexels.comOb eine schwere Krankheit, ein Trauerfall in der Familie, das belastende Gefühl, einsam zu sein, oder einfach nur ein Coffee-to-go und Feierabend, – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Impulse für Glauben und ihren Alltag mit seinen Herausforderungen und Freuden aufzugreifen.
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
