Wolken am Himmel angestrahlt von untergehender Sonne. © Birgit Arndt / fundus.media

Himmlische Impulse

Gedanken zum Sonntag

„Kommt! Bringt eure Last.“

von Elisabeth Engler-Starck
für den 22. Februar 2026

Auf meinem Schreibtisch liegen gerade mehrere Broschüren. Die Titelbilder zeigen Schwarze Frauen und Mädchen, mal fröhlich, mal nachdenklich. Auf allen Broschüren steht „Kommt! Bringt eure Last.“. Das ist das Leitwort zum diesjährigen Weltgebetstag, den diesmal Frauen aus Nigeria vorbereitet haben. 

Am Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März stattfindet, sind Menschen auf der ganzen Welt eingeladen, gemeinsam zu beten, zu feiern und in Kultur, Lebensrealität und Glaubenserfahrungen des Gastgeberlandes einzutauchen. Das diesjährige Gastgeberland Nigeria ist ein Land voll religiöser Vielfalt und kulturellem Reichtum. Aber auch ein Land, das vor großen Problemen steht: Ungleichheit zwischen Arm und Reich, Naturkatastrophen und immer wieder Gewalt. 

Aus dieser Situation heraus geben die Frauen aus Nigeria uns diesen Vers mit „Kommt! Bringt eure Last.“. Er ist angelehnt an einen biblischen Vers, den Jesus im 11. Kapitel des Matthäus-Evangeliums spricht: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Aus den Geschichten von Frauen, die in der Gottesdienstordnung des Weltgebetstags vorkommen, spricht viel Vertrauen darauf, dass Gott in allem – auch im Leid – da ist und der Glaube an Jesus Christus hilft, auch schwierige Situationen zu ertragen.

Neben den Weltgebetstags-Broschüren liegt auf meinem Schreibtisch gerade auch ein Flyer. „Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte.“ steht darauf. Es ist der Flyer zur diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche während der Passionszeit. Die Aktion lädt ein, die eigenen Härten zu hinterfragen und Unbarmherzigkeit zu überwinden. 

Die Passionszeit, die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern, wirbt für Umkehr und für einen Perspektivwechsel. Sie ist eine Zeit zum Innehalten, die den Blick auf das Leiden Jesu und auf die Dunkelheit in der Welt lenkt, aber auch auf Gottvertrauen: Gott selbst kennt die Last der Welt. Er bleibt nicht fern vom Schmerz, sondern trägt ihn mit. Er eröffnet damit einen Raum ohne Härte, einen Ort, an dem man verletzlich sein darf und dennoch geschützt ist. Wer den Weg Jesu und sein Leiden in der Welt in der Passionszeit betrachtet, erkennt: Gottes Antwort auf die Härte der Welt ist nicht Gegengewalt, sondern Liebe. Das nährt Hoffnung auf eine Welt, in der Mitgefühl stärker ist als Härte.

„Kommt! Bringt eure Last.“, ein kleiner Satz auf den Weltgebetstags-Broschüren, der für mich die ganze Passionszeit zusammenfasst. Denn die Aufforderung ist zugleich ein Versprechen: Niemand muss den Weg alleine gehen und seine Lasten alleine tragen. Ein Versprechen an eine Welt, die Mitgefühl und Hoffnung braucht.

Elisabeth Engler-Starck ist Referentin für Ökumene im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

Auf einem Tisch liegen eine Bibel und ein Block. Man sieht zwei Hände, die einen text schreiben.Tobias Frick/fundus-medien.de

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