Wolken am Himmel angestrahlt von untergehender Sonne. © Birgit Arndt / fundus.media

Himmlische Impulse

Gedanken zum Sonntag

Das Ziel fest im Blick

von Alexander Wohlfahrt
für den 8. März 2026

Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt. So heißt es in einem Kinderlied. Wieder ist es März geworden. Der Bauer spannt indes keine Rösslein mehr ein, sondern setzt sich auf seinen Traktor. Nach wie vor muss der Acker gepflügt werden, bevor er weiter bearbeitet und schließlich die Saat ausgebracht werden kann. Mit dem Pflügen beginnt das Jahr der Bodenbearbeitung. Jahr um Jahr aufs Neue.

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. So mahnt Jesus seine Zuhörer in dem Bibelvers (Lukas 9,62), der über der kommenden Woche steht. Wer seine Hand an den Pflug legt und zurück sieht, der ist in der Tat ungeschickt. Auch wer auf seinem Traktor sitzt und nach hinten schaut, während er vorwärts fährt, wird keine gerade Furche zurecht bringen. Dann gerät schief, was er unternimmt.

Unsere Arbeit und unsere Aufgaben benötigen unsere Konzentration und Aufmerksamkeit. Wer eine Maschine bedient, sollte auch hinsehen auf das, was er da macht. Wenn ich einen Text tippe, ohne hinzusehen, mache ich viele Schreibfehler. Vorhin ist mir die Suppe übergekocht, weil ich durch ein Telefonat abgelenkt war. Im entscheidenden Moment kurz unaufmerksam, schon war es geschehen.

In einer Welt voller Ablenkungen und Zerstreuungen ist es manchmal schwierig, aufmerksam und konzentriert bei einer Sache zu bleiben. Solange nur die Suppe überkocht, ist das nicht schlimm. Das ist nur eine Aufgabe am Wegesrand und nicht der Rede wert. Bei den großen Zielen, die wir anstreben, wie das Reich Gottes, von dem Jesus hier spricht, ist das schwieriger.

Wer sich beim Pflügen dauernd ablenken lässt und sich umdreht, wird den Zielpunkt am anderen Ende des Ackers nicht treffen. Und wenn dieser Zielpunkt das Reich Gottes ist, dann geht es schon um etwas. Je wichtiger das Ziel ist, das ich erreichen will, umso wichtiger ist es auch, mich zu konzentrieren, fokussiert auf dem Weg dorthin zu sein, mich möglichst nicht ablenken zu lassen, damit ich nicht scheitere und mein Ziel verfehle.

Dazu ist es zunächst wichtig, mir mein Ziel überhaupt erst bewusst zu machen. Welches Ziel strebe ich überhaupt an? Und welche Bedeutung, welche Priorität hat dieses Ziel für mich? Es gibt vieles, was erstrebenswert ist. Aber ich kann nicht alles umsetzen, weil meine Zeit und Kraft begrenzt sind. Ich muss mich entscheiden. Welches Ziel verfolge ich?

Wenn ich in mir klar geworden bin über meine Ziele, dann bin ich so weit, meine Hand an den Pflug zu legen und anzufangen. Vorher bin ich dazu ungeschickt, verfange mich in ziellosem Aktionismus und vergebener Liebesmüh, ohne wirklichen Ertrag, nur schiefe Furchen. Nun aber kann es losgehen, das Ziel fest im Blick: Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt.

Alexander Wohlfahrt ist Pfarrer in der Kirchengemeinde Konradsdorf

Auf einem Tisch liegen eine Bibel und ein Block. Man sieht zwei Hände, die einen text schreiben.Tobias Frick/fundus-medien.de

Hier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.

zu den Texten