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© Birgit Arndt / fundus.media
Ich bin verbunden mit Menschen auf der ganzen Welt. Dem Internet sei Dank. Ich nutze Facebook, ich gehöre ja der älteren Generation an, denn damit kenne ich mich aus. Über diese Plattform erfahre ich Vieles von Menschen auf anderen Kontinenten, kann wichtige Inhalte teilen und auch für kirchliche Veranstaltungen werben.
Einem Algorithmus sei Dank, bekomme ich Inhalte angezeigt, die mich aufgrund meines online-Verhaltens interessieren könnten. So lernte ich Will und seine Familie in Tennessee kennen. Will ist gerade 15 geworden und kämpft seit einem Jahr gegen ein Osteosarkom, Knochenkrebs. Seine Mutter Brittany hat die Gruppe bei Facebook gegründet, um die Verwandten und Freunde über alles zu informieren und nicht jeden einzeln erreichen zu müssen. Aber mittlerweile nehmen viele Tausend Menschen Anteil am Schicksal der Familie.
Will hat sein linkes Bein verloren, kommt aber gut mit der Prothese zurecht. Ende letzten Jahres sahen die Scans von seinem Körper gut aus und es schien in eine gute Richtung zu gehen. Nur drei Monate später sieht die Welt der Familie ganz anders aus. Der Scan vom Ostermontag zeigt unzählige Metastasen im ganzen Körper. Die Chemopille und die Immuntherapie hier aus Europa, für die die Familie lange gekämpft hat, schlagen nicht an.
Die Familie ist eng mit ihrer Gemeinde verbunden, besucht regelmäßig den Gottesdienst. Am Ostersonntag während der Predigt lehnte sich Will zu seiner Mutter rüber und sagte: „Diese Botschaft ist für mich, oder?“ Jesus lebt und wir mit ihm. Will hatte sich mit sechs anderen Kindern angefreundet, die dieselbe Erkrankung haben. Am Karfreitag starb die letzte von ihnen.
Brittany wusste nicht, was sie zu ihrem Sohn sagen sollte. Sie nahm sich ein Herz und erklärte ihm, dass er sich doch sorgte, dass er im Himmel niemanden kennen würde, wenn er vor seinen Eltern schon dorthin käme. Nun seien da schon sechs Kämpfer, die ihn begrüßen in der Minute, in der er ankommt. Das sei ein Gewinn.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, wieviel Kraft es diese Mutter gekostet haben muss, das zu sagen. Woher nimmt sie diese Kraft? Sie sagt, aus dem Glauben. Und auch Will selbst sagt, sein Glaube sei solide wie ein Fels.
Erst vor wenigen Tagen haben wir gefeiert, dass der Fels weggerollt wurde und Jesus den Tod besiegt hat. Dass die Macht des Todes gebrochen wurde. Doch wenn ich solche Geschichten höre, wenn es um das Leben eines anderen Menschen geht, noch dazu einem so jungen, dann sind diese Worte manchmal zu groß und zu fremd.
An eine Auferstehung zu glauben, fällt im Alltag schwer. In diesen Momenten fühle ich mich dem ungläubigen Thomas sehr nahe. Einfach glauben, ohne Beweise, fällt schwer. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben, sagt Jesus. Daran halten sich Will und seine Mutter Brittany fest. Sie schrieben mir: Glaube bedeutet zu sagen: Gott, ich glaube, dass Du es kannst, aber ich vertraue Dir sogar, wenn Du es nicht tust.
Ich habe mir fest vorgenommen, dieses Bild von Glauben mit in den nachösterlichen Alltag zu nehmen.
Tanja Langer ist Pfarrerin im Nachbarschaftsraum Evangelische Kirchen am Limes
Paul Seling/Pexels.comOb eine schwere Krankheit, ein Trauerfall in der Familie, das belastende Gefühl, einsam zu sein, oder einfach nur ein Coffee-to-go und Feierabend, – nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um Impulse für Glauben und ihren Alltag mit seinen Herausforderungen und Freuden aufzugreifen.
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
