Wolken am Himmel angestrahlt von untergehender Sonne. © Birgit Arndt / fundus.media

Himmlische Impulse

Gedanken zum Sonntag

Eine Portion Rückenwind gefällig?

von Ulrike Wohlfahrt
für den 8. Februar 2026

Was für eine Woche! Das fing schon am Montag an, als ich an der Tankstelle vorbeifuhr und mich in DM-Zeiten zurückversetzt wähnte. Aber nein, der Preis ging in Richtung zwei Euro. Als ich las, wie sich die Lage im Iran zuspitzte, verstand ich das immerhin besser.

Bei all dem, was wir durch die Medien alles vermittelt bekommen, könnte man schon vom Glauben abfallen. Wo ist denn der Gott, der in der Welt alles zurecht bringt? Wo ist der Trost für die Opfer von Epstein? Wo ist die Rettung für die Menschen, die auf den Straßen erschossen werden? Und wo ist Gott für uns in unseren ganz alltäglichen Sorgen?

Ich finde die Frage berechtigt. Eine einfache Antwort habe ich darauf auch nicht. Ich wünsche mir eine starke Macht, die das abstellt: alle Kriege, alle Sorgen, alle Nöte. Wie ich mir das vorstelle? 

Da fängt das Problem an. Ich habe gar keine Vorstellung, wie das gehen kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Gott, der so barmherzig ist, Panzer benutzt. Eine merkwürdige Vorstellung: Gott im Panzer oder gar auf der Raketenabschussbasis. 

Eine Vorstellung in der Bibel ist, dass Gott selbst im Windhauch zu spüren ist. Ein Windhauch, der heimlich still und leise, aber beständig die Welt verändert. Dieser Windhauch kann auch bei den Opfern der Regime sein; bei den Opfern von Krieg und Gewalt. Dieser Gott kann mit ihnen leiden, sie aber auch stützen und stärken. Wer einmal an der Küste unterwegs war, weiß, dass es oft einen ganz schönen Unterschied macht, ob dieser Wind einem entgegenbläst oder im Rücken anschiebt, so leicht und zurückhaltend er auch immer wehen mag. Möge dieser Wind Gottes so manchen Unheilsbringern entgegenwehen, allen anderen aber aufhelfen und Lebenskraft geben. Dieser Gott kann auch mit uns durch fröhliche Tage wirbeln bei all den Faschingsfeiern – und wann immer wir das Leben genießen.

Ulrike Wohlfahrt ist Pfarrerin im Nachbarschaftsraum Büdingen

Auf einem Tisch liegen eine Bibel und ein Block. Man sieht zwei Hände, die einen text schreiben.Tobias Frick/fundus-medien.de

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