Demenz besser verstehen

veröffentlicht 22.07.2026 von Judith Seipel, Kirche im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

Das Dekanat Büdinger Land lädt ein zu einer Fortbildung ein, um das Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz zu fördern. Mithilfe eines sogenannten Demenz-Simulators kann man sich in den Lebensalltag erkrankter Menschen hineinversetzen.

Was gestern noch selbstverständlich war, funktioniert heute nicht mehr. Menschen mit Demenz verlieren nach und nach Fähigkeiten. Was sie früher mühelos erledigt haben, wird schwierig und immer mühsamer. Selbst einfache Tätigkeiten werden zur Herausforderung. Für Partnerinnen und Partner, Angehörige und Pflegende ist das oft schwer nachzuvollziehen. Ein Simulator kann dabei helfen, sich in den Lebensalltag Erkrankter hineinzuversetzen und Hilflosigkeit selbst zu erleben. Das Evangelische Dekanat Büdinger Land lädt unter dem Titel „Demenz – Reise in ein unbekanntes Land“ zu einer Fortbildung ein, bei der ein solcher Demenz-Simulator zum Einsatz kommt.

Die Fortbildung findet am Donnerstag, 10. September, um 18 Uhr im Margaretha-Pistorius-Haus des Dekanats in der Bahnhofstraße 26 in Nidda statt. Sie richtet sich an alle Interessierten, die Menschen mit Demenz besser verstehen und ihnen im Alltag sicherer begegnen möchten.

Menschen mit und ohne Demenz treffen im privaten und öffentlichen Leben immer wieder aufeinander, auch in den Kirchengemeinden bei Gottesdiensten und Veranstaltungen. Dabei entsteht nicht selten Unsicherheit und Fragen kommen auf. Die Fortbildung möchte Berührungsängste abbauen, Wissen vermitteln und dazu beitragen, im Umgang mit Menschen mit Demenz mehr Gelassenheit zu gewinnen. 

Im ersten Teil erleben die Teilnehmenden den Demenz-Simulator. Wie in einem Parcours begleitet man an mehreren Stationen die fiktive Erna Müller durch ihren Alltag – vom Aufstehen am Morgen bis tief in die Nacht. So wird erfahrbar, wie sich Wahrnehmung, Orientierung und Alltagsbewältigung durch eine Demenzerkrankung verändern und welche Herausforderungen daraus entstehen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung werden grundlegende Informationen zum Krankheitsbild Demenz vermittelt. Außerdem werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Miteinander von Menschen mit und ohne Demenz gelingen kann. Dieser Teil orientiert sich am Programm „Demenz-Partner“ der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Die rund dreistündige Fortbildung wird gemeinsam gestaltet von Astrid Pfarschner, Referentin für Alten-, Demenz- und Hospizseelsorge, Maria-Louise Seipel, Referentin für Bildung und Gesellschaftliche Verantwortung, beide Dekanat Büdinger Land, sowie Christian Wiener, Pfarrer für Altenseelsorge am Zentrum Seelsorge und Beratung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). In einer Pause wird ein Imbiss angeboten.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung bis zum 27. August ist erforderlich unter astrid-pfarschner(at)ekhn.de oder maria-louise.seipel(at)ekhn.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bei hoher Nachfrage wird die Veranstaltung wiederholt.

Info:

In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Jährlich kommen etwa 380.000 Neuerkrankungen hinzu. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren weiter steigen. Damit werden immer mehr Familien, Nachbarn, Ehrenamtliche und Pflegekräfte mit der Herausforderung konfrontiert sein, Menschen mit Demenz im Alltag zu begleiten und ihre veränderte Wahrnehmung zu verstehen.