Astrid Pfarschner staunt manchmal über sich selbst: „Mich interessieren so viele Themen, und ich liebe Herausforderungen. “ Eine neue hat sie gerade angenommen. Seit dem 1. Januar leitet die 56-Jährige die Fachstelle für Alten-, Demenz- und Hospizseelsorge im Evangelischen Dekanat Büdinger Land. Dafür bringt sie eine beeindruckende berufliche Vielfalt mit.
Die Kurzfassung ihres Werdegangs: Jura-Studium, Erstes und Zweites Staatsexamen, eigene Kanzlei, Studium der Erziehungswissenschaften und Evangelischen Theologie, Arbeit in der Jugendhilfe – sowohl praktisch als auch administrativ – für freie und kommunale Träger, Selbstständigkeit als Verfahrensbeiständin für Kinder in Scheidungsprozessen, Ausbildung zur Telefonseelsorgerin und Familien-Mediatorin, Gründung eines Tierschutzvereins. „Ich habe mich immer gekümmert“, sagt sie. „Wenn nicht um Menschen, dann um Tiere. “
Als Anwältin spürte sie irgendwann, dass ihr die „soziale Komponente“ fehlte. „Vor Gericht zählen nur Fakten“, erzählt sie. „Das war auf Dauer unbefriedigend. “ Also entschied sie sich für ein zweites Studium – und nun für einen weiteren Neuanfang.
Die Stellenausschreibung des Dekanats für die Alten-, Demenz- und Hospizseelsorge habe sie sofort angesprochen: „Das wäre eine richtig gute Aufgabe! “ Als Juristin und Pädagogin hatte sie bereits gearbeitet. Nur die praktische Erfahrung in Theologie, ihrem dritten Studienfach, fehlte der Pfarrerstochter noch. Diese Stelle bietet ihr die Chance, all ihre Kompetenzen zu vereinen.
Auch im Dekanat sieht man das so. „Wir freuen uns, mit Astrid Pfarschner eine sehr erfahrene Kollegin für diesen sensiblen und wichtigen Bereich gewonnen zu haben“, sagt Dekanin Birgit Hamrich.
„Menschen begleiten und beistehen“ – so lässt sich ihre Arbeit zusammenfassen. Doch dahinter steckt ein breites Aufgabenfeld. Pfarschners Fokus liegt nicht nur auf Alten und Kranken, sondern auch auf deren Angehörigen und den vielen Ehrenamtlichen, die im Dekanat diakonisch tätig sind, etwa in Besuchsdiensten. Diese zu beraten, zu entlasten, weiterzubilden und in ihrer Arbeit zu unterstützen, gehört zu ihren zentralen Aufgaben. Dafür wird sie viel im Büdinger Land unterwegs sein.
Derzeit steht Vernetzung an erster Stelle: Welche Einrichtungen gibt es? Wer engagiert sich? Wo arbeiten Besuchsdienste, und was brauchen sie? „Ansprechbar sein, ein offenes Ohr haben – das ist mir wichtig“, betont sie. Sie hat bereits Fragebögen an die sieben Nachbarschaftsräume verschickt und viel positive Resonanz erhalten. Erste Ideen sprudeln: etwa neue Konzepte, die auch in der letzten Lebensphase Teilhabe am (kirchlichen) Leben ermöglichen.
Das Thema Demenz liegt ihr besonders am Herzen. „Diese Krankheit verändert nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen“, sagt sie aus eigener Erfahrung. Trotz der Belastung gebe es immer wieder innige und schöne Momente. Solche Erfahrungen zu teilen, helfe, „weil man merkt, da versteht mich jemand wirklich“.
Schließlich arbeitet Astrid Pfarschner in der Arbeitsgruppe Hospiz im Büdinger Land mit. Wie bereits berichtet, entsteht im Kloster Engelthal ein stationäres Hospiz, das im Frühsommer 2027 seinen Betrieb aufnehmen soll. Bei der Hospizhilfe Büdinger Land beginnt sie deshalb jetzt eine Ausbildung zur Hospizbegleiterin. „Es ist eine Arbeit, die fordert – aber auch unglaublich bereichert“, sagt sie.
Astrid Pfarschner lebt mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter, die gerade Abitur macht, in Lich. Die ältere Tochter studiert Theologie in Marburg und möchte Pfarrerin werden. Ausgleich findet Pfarschner bei Spaziergängen mit ihren Hunden. „Am besten bekomme ich den Kopf auf dem Fahrrad oder beim Schwimmen frei“, erzählt sie. Und dann zögert sie, bevor sie von ihrer großen Leidenschaft spricht: Stadionbesuche beim BVB in Dortmund, mit Fan-Schal und Tröte. „Ich liebe das. Schon als Kind war ich mit meinem Vater und meinem Bruder dort. Irgendein Laster muss der Mensch ja haben. “
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