Zu Ehren von Niddas erster Pfarrfrau

veröffentlicht 25.10.2026 von Judith Seipel, Kirche im Evangelischen Dekanat Büdinger Land

Der Dekanatsfrauenausschuss Büdinger Land pflanzt Margaretha-Pistorius-Rosen im Niddaer Johanniterpark.

Eine Rose trägt ihren Namen, und auch das Haus des Evangelischen Dekanats Büdinger Land ist nach ihr benannt: Margaretha Pistorius, die Frau des Niddaer Reformators Johannes Pistorius, stand im Mittelpunkt einer Pflanzaktion im Johanniterpark. Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation in Nidda“ hatte der Dekanatsfrauenausschuss des Evangelischen Dekanats Büdinger Land dazu eingeladen, die eigens für sie gezüchtete Margaretha-Pistorius-Rose dort zu pflanzen und an Niddas erste Pfarrfrau zu erinnern. 

Zur Pflanzaktion kamen unter anderem Dekanin Birgit Hamrich, Niddas Erster Stadtrat Thomas Repp, Ulrike Hansen-Röper, gärtnerische Leiterin der Landesgartenschau Oberhessen 2027, sowie Kerstin Alt aus dem Stadtmarketing und der Wirtschaftsförderung der Stadt Nidda. Neben den Frauen des Dekanatsfrauenausschusses waren auch einige Männer dabei. Vorsitzende Beate Harbich-Schönert begrüßte die Gäste bei einem Glas Rosen-Secco.

Margaretha Pistorius (um 1515/1516 bis 1560) gilt als erste Pfarrfrau in Nidda. Sie unterstützte Bedürftige, insbesondere Witwen und Waisen. Ihr soziales Engagement macht sie zu einer bemerkenswerten Persönlichkeit der regionalen Kirchengeschichte.

Die Idee, Margaretha Pistorius mit einer eigens gezüchteten Rose zu würdigen, geht auf Beate Harbich-Schönert zurück. Der Steinfurther Bioland-Rosenzüchter Werner Ruf züchtete die Rose zu ihren Ehren. Mit der Pflanzung im Johanniterpark erhält die Erinnerung an Margaretha Pistorius einen weiteren sichtbaren Ort im öffentlichen Raum.

Dabei geht es um mehr als die Erinnerung an eine Frau aus der Reformationszeit. Die Aktion steht zugleich für ein Anliegen, das bis in die Gegenwart reicht: Frauen, ihre Leistungen und ihre Geschichten sichtbar zu machen. Denn nicht nur die bekannten Persönlichkeiten der Geschichte verdienen Aufmerksamkeit, sondern auch die Frauen, deren Engagement Kirche und Gesellschaft geprägt hat und bis heute prägt.

Im Anschluss an die Pflanzaktion trafen sich die Teilnehmerinnen im benachbarten Margaretha-Pistorius-Haus zu einem „Nachmittagstee rund um die Rose“. Bei Tee, Scones und Sandwiches wurde die Begegnung in gemütlicher Atmosphäre fortgesetzt. So verband der Nachmittag die Erinnerung an Margaretha Pistorius mit dem Austausch und der Gemeinschaft von Frauen heute.