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© Birgit Arndt / fundus.media
Es ist Frühling. Die Sonne hat schon Kraft. Ich freue mich über die Osterglocken in voller Blüte und die Tulpen, die sich schon hervorgewagt haben. Im Garten schneide ich Rosen zurück und freue mich, dass bald auch dort die unterschiedlichen Farben zu sehen sein werden und der Duft meine Nase erreicht.
Die Natur lebt auf. Ich lebe mit ihr auf. Bald werde ich in Vorbereitung auf das Osterfest ein Kreuz mit Kressesamen einsäen. Wie schnell die kleinen Kressesamen dann aus der dunklen Erde grüne Keime treiben. Das grüne Kreuz als Symbol der Hoffnung.
Zuversicht brauchen wir Menschen gerade in krisenhaften Zeiten. Manches Mal sehe ich nur die schlimmen Nachrichten wie Krieg und Terror im Iran, in der Ukraine. Unfälle, Leid, Krankheit und Tod können die Welt finster erscheinen lassen. In der Passionszeit denken wir in ökumenischen Andachten in der katholischen Liebfrauenkirche Nidda über die Themen Schuld und Vergebung nach.
Die Andachten beleuchten dabei unterschiedliche Aspekte wie den manchmal empfundenen Zwang zur Vergebung oder die Schwierigkeit, sich selbst zu verzeihen. Dazu werden verschiedene Szenen und Personen aus der Passionsgeschichte in den Blick genommen, wie Pilatus, Judas oder auch die Jünger, die unter dem Kreuz fehlten.
Schuld ist unpopulär – niemand will schuld an etwas sein. Schon Pilatus wusch sich lieber die Hände in Unschuld. Am Samstag werden Konfirmandinnen und Konfirmanden in Ober-Schmitten ihren Vorstellungsgottesdienst zum Thema „Abendmahl“ gestalten, am Sonntag wird eine Gruppe von Konfis das Thema „Was kommt nach dem Tod?“ im Vorstellungsgottesdienst bedenken.
Ich freue mich, dass da ernste Themen von jungen Menschen bedacht und durchdacht wurden. Manchmal traue ich den Jugendlichen das gar nicht zu, aber ich lasse mich gerne überraschen. Der morgige Sonntag Laetare wird auch als „kleines Ostern“ bezeichnet. Texte und Lieder blicken voraus auf die Freude und den Trost, die in Gottes Heilshandeln begründet sind. „Die Stunde ist gekommen“, kündigt Jesus sein Sterben und Auferstehen an, „dass der Menschensohn verherrlicht werde“. Das dürre Tal ist nur ein Abschnitt, am Ende ist Freude in Gottes Gegenwart.
Benannt ist der Sonntag nach einem Vers aus Jesaja 66,10: „Freut euch mit Jerusalem!“ Wenn wir in diesen Tagen nach Jerusalem schauen, dann bin ich bedrückt, denn der neue Krieg überdeckt schon wieder das Elend im Gazastreifen und das Leid der Palästinenser, neues Leid entsteht in so vielen Ländern. Manchmal bin ich so deprimiert, dass ich mich frage: Wann wird es im Nahen Osten vernünftige und tragfähige Schritte in Richtung auf Demokratie und Menschenrechte geben? Ich bin da wenig hoffnungsvoll. Geknickt. Ohne Kraft.
Aber Jesus sagt: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, dann bringt es keine Frucht. Wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. In der dunklen Erde keimt das Korn, wird weich und süß und kriegt Kraft, schickt den Halm ans Licht, wächst ins Leben zurück. Eines Tages wird Gott die Gebeugten aufrichten.
Bis dahin bin ich nicht allein. In Jesus ist Gott nah. Sein Leben, sein Leiden bringt Frucht. Er war geknickt. Hat gelitten. Ist gestorben. Aber Gott hat ihn nicht im Dunkeln gelassen. Gott hat ihn auferweckt als ersten von uns allen. So trägt er tausendfache Frucht. Er lebt und trägt meine Last mit mir. Er geht alle Tage mit uns bis ans Ende der Welt.
Hanne Allmansberger ist Pfarrerin im Nachbarschaftsraum Niddaer Land
Tobias Frick/fundus-medien.deHier finden Sie weitere „Gedanken zum Sonntag" von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Mitarbeiterinnen aus dem Dekanat Büdinger Land.
