Bad Salzhausen

Ev. Pfarramt

Pfarrerin: Heike Schalaster

63667 Nidda/ Geiß Nidda/Bad Salzhausen

Tel: 06043 2777

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Evangelisches Gemeindebüro

 

Auf dem Graben 35

 

63667 Nidda

 

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Besichtigungsmöglichkeit der Kirche: 

zu Gottesdienstzeiten

 


26. März 2020

 

Liebe Freunde der Kirchengemeinden Geiß-Nidda und Bad Salzhausen und Nidda,

wie geht es Ihnen und euch mit der aktuellen Situation? Ich empfinde eine difuse Angst - mir kommt es gleichzeitig alles irgendwie unwirklich vor und gleichzeitig sind die Schreckensnachrichten mehr als wirklich, z.B. wenn man an die umfunktionierte Eishalle in Madrid denkt, die jetzt als Leichenhalle dienen muss. Und auch bei uns steigen die Fallzahlen täglich und viele von Ihnen haben mir von Ihren Ängsten erzählt.

 

Von vielen Seiten höre ich auch von wirtschaftlichen und ganz pragmatischen Sorgen: Kurzarbeit, Kündigung, Zuhause bleiben wegen der Kinderbetreuung. Das alles fordert uns ganz schön heraus. Und ich wünsche Ihnen Kraft und Gottes Segen für alles, was Sie auch ganz persönlich bewältigen müssen!

 

In all dem fehlt mir das gemeinsame Gottesdienstfeiern. Um ein "bißchen" Gottesdienst werden zu lassen, habe ich den Stream einer Andacht erstellt. Ich lade Sie herzlich zum Mitfeiern ein - irgendwie gemeinsam und doch jeder und jede zu Hause. Es ist eine Andacht (oder Anderdacht - eine andere Andacht) für Groß und Klein.

 

Zudem läuten abends bei uns und an vielen anderen Kirchen die Glocken. Sie laden uns zum persönlichen Gebet. Lauschen Sie dem Geläut, stellen Sie eine Kerze ins Fenster und gehen Sie mit Gott ins Gespräch. Wenn uns eigene Worte fehlen, hilft das Vaterunser oft weiter. Nicht umsonst hat Jesus uns gerade diese Worte gelehrt. Wir sind trotz räumlicher Trennung auch im gemeinsamen Gebet und der gemeinsamen Andacht verbunden.

 

Für all die Gefühle in der jetzigen Zeit wurde für mich die Geschichte von der Stillung des Sturmes (Mk 4,35-41) zu einer wichtigen Symbolgeschichte: Jesus fährt mit seinen Jüngern über den See, Jesus schläft ein, es kommt ein Sturm auf und die Jünger schreien vor Angst. Es fühlt sich auch jetzt irgendwie so an, als ob Gott ein wenig "eingeschlafen" wäre - wo ist er nur? Hat das alles einen Sinn, der sich erst irgendwann zeigen wird? Können Tod und Krankheit überhaupt einen Sinn haben? Die Geschichte von der Sturmstillung geht gut aus: die Jünger wecken Jesus. Er fragt, wo ihr Vertrauen ist und schreit den Sturm an bis dieser verklingt. Dann wird es ruhig.

 

Schreien auch Sie Ihre Angst raus, "wecken" Sie Jesus auf! Im Gebet können wir Gott alles sagen - auch dass es sich anfühlt, als ob Gott eingeschlafen sei. Ich habe dieser Tage viel darüber nachgedacht, ob man wirklich "alles" sagen darf: steht es mir kleinem Mensch zu, Gott anzuklagen?! Die Antwort für mich persönlich habe ich in den Psalmen gefunden. Dort klagen viele Menschen Gott verselang aufs Übelste an - und ganz am Ende finden sie doch noch ihr Vertrauen. Wahrscheinlich äußert sich echtes Vertrauen auch weniger in "religiös-heiligen Platitüden" als vielleicht gerade darin, Gott ALLES sagen zu können. Sich zu streiten und zu sagen, was man fühlt, kann man schließlich nur, wenn man der Beziehung und Ihrer Stärke vertraut.

 

Am Ende kann ich es mir doch nicht vorstellen, dass Gott "schläft"... und ich merke wenn ich meine Gefühle und Sorgen und Ängste zu Gott rausschreie, dass sich da irgendwo tief unten in mir ein Vertrauen breit macht. Christus hat uns versprochen: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Sicherlich ist das "siehe!" manchmal schwerer - aber irgendwo schwer zu sehen ist er doch bei uns!

 

Und nun warten Sie/Ihr sicherlich noch auf den angekündigten Link zu dem Stream: Erste Videoandacht der Ev. Kirchengemeinde Geiß-Nidda und Bad Salzhauen in der Corona-Krise

 

Herzliche Grüße,

bleibt oder werdet gesund!

 

Eure/ Ihre Pfarrerin Heike Schalaster

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