Hirzenhain

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Hirzenhain: Gottesdienst im Duktus Bau - 7.07.2019, 10:30 Uhr

„Kirche im Dialog mit moderner Kunst“

Vikarin Carina Louise Schmidt-Marburger freut sich auf den Gottesdienst im Duktus Bau auf dem ehemaligen Hirzenhainer Buderus-Fabrikgelände. Foto:  Gert Holle
Vikarin Carina Louise Schmidt-Marburger freut sich auf den Gottesdienst im Duktus Bau auf dem ehemaligen Hirzenhainer Buderus-Fabrikgelände. Foto: Gert Holle

(Hirzenhain/Region/gho) - Mehr als 30 Künstlerinnen und Künstler aus 12 europäischen Ländern stellen vom 5. bis 28. Juli zeitgenössische Kunstwerke im Duktus-Bau auf dem ehemaligen Buderus-Fabrikgelände aus. „In situ“, so das Motto der Ausstellung, die sich unter das Dach des in diesem Jahr zum 27. Mal stattfindenden Mittelhessischen Kultursommers reiht, bezeichnet den Ort, die Lage. Der Begriff taucht in der Archäologie wie in der Medizin auf und meint in beiden Fällen, dass eine Sache in Beziehung gesetzt wird zu einem größeren Ganzen. So soll zum Beispiel die Ausrichtung von Kirchenbauten nach Osten die Besucher auf ihre Lage im Kosmos verweisen. Neben den Kunstwerken werden auch einige begleitende Events zu erleben sein, Performances und Workshops, Konzerte und Erfahrungsaustausch.

 

Eine diese Veranstaltungen wird ein Gottesdienst sein, den Vikarin Carina Louise Schmidt-Marburger am Sonntag, den 7. Juli ab 10:30 Uhr hält. Darin möchte sie den Dialog zwischen Kirche und moderner Kunst befördern. Noch steht nicht fest, ob die Feier in den einstigen Büroräumen im Erdgeschoss oder in einer 75 Meter langen ehemaligen Fertigungshalle stattfinden wird. „Da lasse ich mich von den Kunstwerken inspirieren, die zurzeit installiert werden“, sagt die 27-jährige junge Theologin, die seit September letzten Jahres ihre zweijährige praktische Ausbildung in Hirzenhain bei Pfarrerin Kerstin Hillgärtner absolviert. Ähnlich aufgeschlossen geht sie auch auf den Ablauf des Gottesdienstes zu. „Es wird eine vorbereitete Liturgie geben, aber ich werde durchaus spontan mit den vorhandenen Kunstwerken in Dialog treten.“ Dieser experimentelle Charakter ist gewollt und Teil eines zur Ausbildung gehörenden Gemeindeprojekts. Hirzenhain habe mit Buderus eine lange Geschichte, die für viele Familien schmerzlich zu Ende gegangen sei. Hier habe es Wut, Enttäuschungen und eine lange Zeit der Trauer gegeben, die bis heute anhalte. Die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst könne für die Gottesdienstbesucher Raum zur Einkehr, Kontemplation und Meditation bieten und die Bereitschaft fördern, mit der Gedankenwelt des Künstlers in Kontakt zu treten und sich auf andere Sichtweisen einzulassen.

 

Musikalisch wird der Gottesdienst von einem befreundeten Tubaspieler begleitet. „Das wird auch etwas anders als gewohnt, aber durchaus spannend. Ich denke, das Experiment darf gerade in diesen Räumen, die durch die Öffnung für die Kunst eine neue Funktion erhalten, zuhause sein. Das Wagen des Neuen, das Ausprobieren des Ungewohnten, das Versuchen der Grenzgängerei sollte in unserer Kirche nicht fremd sein.“

 

Carina Louise Schmidt Marburger ist überzeugt, dass das ehemalige Fabrikgelände der richtige Ort für den Gottesdienst ist. Menschen sehnten sich nach Rastplätzen für ihre Seele, nach Freiräumen für ihr Denken, nach Oasen für ihr Gebet und nach Feierorten für ihr Leben. Die bekannten Kirchenräume seien wichtig und hätten ihre Funktion. Doch ein Hinausgehen an Orte, die vollkommen anders sind, biete neue Möglichkeiten. Solche Räume seien Freiräume, Spielräume, sie lokalisierten Utopien und seien zugleich Festräume und Traumräume. Das komme dem nahe, was in biblischer Tradition „heilig“ genannt werde.

 

„Ich hoffe darauf, dass sich die Menschen in Hirzenhain und Umgebung so aufgeschlossen geben, wie ich sie bisher kennengelernt habe, den Gottesdienst als ein Angebot der Sinndeutung ihres Lebens sehen und freue mich auf den Dialog mit ihnen und den ausgestellten Kunstwerken am 7. Juli um 10:30 Uhr. Und selbstverständlich wird nach dem Gottesdienst ausgiebig Gelegenheit sein, sich von den Ausstellungsobjekten ansprechen zu lassen.“