Notfallseelsorge

Begleiter in schweren Stunden: Notfallseelsorge Wetterau sucht ehrenamtliche Mitarbeiter

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Im Herbst startet Notfallseelsorge-Ausbildung in Friedberg/ Infoabend in Gettenau

Foto: Stefan Frey
Foto: Stefan Frey

(Friedberg/cp) - Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Menschen in Krisensituationen sind. Etwa wenn die Nachricht vom Tod eines Angehörigen überbracht werden muss. Oder wenn Polizisten und Feuerwehrleute selber Beistand benötigen, weil sie an besonders belastenden Einsätzen beteiligt waren. „Notfallseelsorger halten mit den Betroffenen das Leid eines Schicksalsschlages aus und bieten

Nähe und Beistand an,“ erklärt Pfarrer Stefan Frey vom Evangelischen Dekanat Wetterau. Die Notfallseelsorge Wetterau wird von der evangelischen und der katholischen Kirche getragen und unterstützt Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr. Sie wird über die zentrale Leitstelle in Friedberg alarmiert und ist Teil der Rettungskette. Stefan Frey ist einer von drei Koordinatoren der Notfallseelsorge. Insgesamt kann er auf ein Team von derzeit 17 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zurückgreifen.

 

„Wir suchen Ehrenamtliche mit Interesse an diesem wichtigen seelsorgerlichen Dienst“, sagt Frey. Damit die zukünftigen Notfallseelsorger ihrer verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen sind, bieten die Kirchen im Herbst eine sechswöchige Ausbildung an. Die Ehrenamtlichen sollten bereit sein, monatlich insgesamt 48 Stunden Bereitschaftsdienst zu übernehmen. Eine gewisse Anzahl von Stunden ist notwendig, um die nötige Routine zu bekommen,“ so Frey. 

 

„Wir sorgen dafür, dass die Ehrenamtlichen sehr gut ausgebildet werden und begleiten sie in ihrer Tätigkeit“, sagt Stefan Frey. Jedem Einsatz folgt eine Nachbesprechung. Die Kirchen setzen erfahrene Supervisoren ein, die den Helfern beim Verarbeiten ihrer Erlebnisse zur Seite stehen. Nach erfolgreichem Abschluss kommt es zur kirchlichen Beauftragung in den ehrenamtlichen Notfallseelsorgedienst. Die Teilnahme an der Ausbildung ist kostenlos. Eine Anmeldung zum Informationsabend am Dienstag, 19. September 2017 um 20:00 Uhr in der Pfarrscheune Gettenau ist möglich bei Pfarrer Stefan Frey, Telefon 0179-3484734, E-Mail: stefan-frey@t-online.de . Weitere Informationen zur Notfallseelsorge findet man im Internet unter www.notfallseelsorge-wetterau.de.

 

 

 


Fotoquelle: Zentrum Verkündigung der EKHN
Fotoquelle: Zentrum Verkündigung der EKHN

 

Notfallseelsorge ist:

  • Auftrag der Kirche im Sinne von Lukas 10 (Gleichnis vom barmherzigen Samariter)
  • Erste Hilfe für die Seele in akuten Krisensituationen
  • Seelsorgliches Angebot für Betroffene, Angehörige und Hilfskräfte
  • Seelsorgliches Angebot an Menschen unabhängig von ihrer Konfession, Religion oder Weltanschauung
  • Ein Angebot der Kirche, das in Kooperation mit Hilfsdiensten geschieht
  • Ein spezifischer kirchlicher Beitrag bei der psycho-sozialen Notfallversorgung der Bevölkerung
  • Teil des missionarischen Auftrages der Kirche. Sie nimmt Kontakt auf auch zu Menschen außerhalb der Kerngemeinde und sie prägt das Profil der Evang. Kirche in der Öffentlichkeit in besonderer Art und Weise (Hinwendung zum Notleidenden).

Die Notfallseelsorge hat nach wie vor eine fast durchgängig positiven Außenwahrnehmung. Ihre Aktivitäten sind mittlerweile zum annähernd selbstverständlichen Bestandteil der Notfallversorgung geworden. Der Beitrag der Kirchen, um Menschen in Not nicht allein zu lassen, wird von allen Kooperationspartnern und in der Gesellschaft hoch wertgeschätzt und als glaubwürdiges Engagement wahrgenommen. An kaum einer anderen Stelle erreicht die Seelsorge so viele Menschen, die sonst in relativer Distanz zu üblichen kirchlichen Angeboten leben. Die Notfallseelsorge arbeitet professionell und muss sich zunehmend professionellen Standards stellen. Nicht selten ist die Notfallseelsorge die einsatzstärkste Organisation im Vergleich mit anderen ehrenamtlich aktiven Hilfsorganisationen vor Ort. Und noch wird das Angebot flächendeckend erbracht, d.h. eine notfallseelsorgliche Begleitung wird im ganzen Kirchengebiet angeboten, unabhängig davon ob es sich um eine ländliche Region oder eine

Großstadt handelt.