Gedanken zum Sonntag – 5. Juli 2020

Einer trage des anderen Last

Foto: Gert Holle
Foto: Gert Holle

 

 

Von Hanne Allmansberger

 

Zeugnisse sind ausgegeben, die Sommerferien beginnen, doch in diesem Jahr ist viel Unsicherheit zu spüren. Viele Menschen fragen sich, ob und wenn ja wohin man in den Urlaub fahren kann. Einerseits haben wir hier im Wetteraukreis sehr beruhigende geringe Zahlen von Neuinfektionen, andererseits gibt es auch diese Verunsicherung, ob nicht ganz schnell wieder dieses neue Virus das öffentliche Leben lahmlegen könnte. Kirchliche Angebote sind wieder vorhanden, aber wie überall mit Auflagen und Abstandsregeln. Was sagt uns der Spruch aus der Bibel für die kommende Woche? Im Brief des Paulus an die Galater lese ich: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Diese Worte erinnern uns daran, dass wir Verantwortung übernehmen sollen füreinander. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten erfahren, wie wir nicht nur für uns, sondern auch für unsere Nachbarn, Mitmenschen in unserem Dorf, unserer Stadt, Rücksicht nehmen können und damit Schlimmeres verhindern. Jede und jeder kann Sorge dafür tragen, Risiken zu minimieren, damit nicht das ganze System zusammenbricht. Jede und jeder von uns ist somit systemrelevant. Es kommt auf uns an, dass wir uns vernünftig mit dieser Situation auseinandersetzen. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher hatten wirklich besonders viel zu lernen und praktisch umzusetzen dieses Jahr. Da ging nicht wirklich viel nach Lehrplan, umso mehr nach dem, was wirklich zählt in einer Welt, die an vielen Stellen aus dem Gleichgewicht geraten zu sein scheint. Wenn wir unsere Verantwortung in dieser Welt wahrnehmen, dann bedeutet es eben für uns Christinnen und Christen, das Wohl aller mitzubedenken. Alle Menschen als Kinder Gottes zu respektieren: „Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

 

Pfarrerin Hanne Allmansberger, evangelische Kirchengemeinde Nidda